Vom günstigen Xeon bis Series 4 – was ich beim PC-Bauen gelernt habe

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Praktikoo PC Series 1 mit Intel Xeon und RGB-Beleuchtung

Ich baue PCs, weil es mir Spass macht. Einen grossen Plan für mehrere Serien gab es am Anfang nicht. Ich brauchte für meinen Shop selbst mehrere Computer, bestellte deshalb immer wieder Teile und probierte verschiedene Kombinationen aus. Was nach den Verkaufs-PCs übrig blieb, konnte ich für meine eigenen Rechner verwenden.

Mit jeder Series kamen neue Ideen dazu. Vieles würde ich heute anders bauen als damals – genau deshalb gibt es überhaupt mehrere Serien. Ich habe einige der PCs nicht nur zusammengebaut, sondern später selbst als Worker weiterbenutzt. Dabei merkt man ziemlich schnell, was gut funktioniert und was man beim nächsten Mal besser lösen kann.

Series 1: Ein Xeon mit 18 Kernen für rund 40 Franken

Als ich den Intel Xeon E5-2697 v4 für ungefähr 40 Franken gesehen habe, fand ich das einfach spannend. 18 Kerne und 36 Threads für diesen Preis – damit wollte ich einen PC bauen.

Der Prozessor erschien 2016 für Server. Intel führte ihn damals mit einem empfohlenen Preis von 2’702 US-Dollar. Er besitzt 45 MB Cache, läuft mit 2,30 GHz Basistakt und erreicht bis zu 3,60 GHz Turbo. Das war keine typische Gaming-CPU aus dem normalen PC-Regal.

Woher die günstigen gebrauchten Exemplare genau kamen, konnte ich nicht feststellen. Vermutlich stammten sie aus ausgemusterten Servern. Gleichzeitig boten chinesische Hersteller neu produzierte Mainboards für diese alten LGA-2011-3-Prozessoren an. So bekam die Hardware noch einmal ein zweites Leben.

Ganz problemlos war das nicht. Teilweise hatte ich Schwierigkeiten, den RAM zuverlässig im Dual-Channel-Modus zu betreiben. Zu dieser Zeit war Arbeitsspeicher zum Glück noch bezahlbar, trotzdem kostete die Fehlersuche Zeit.

Series 1 bekam eine GeForce RTX 4060. Beim Gehäuse fiel mir später noch etwas anderes auf: RGB-Lüfter sehen schön aus, aber der Lüfter über dem Netzteil konnte von unten kaum Luft ansaugen. Er leuchtete zwar, für den Airflow war diese Position aber nicht besonders sinnvoll.

Den Restbestand von Series 1 verwende ich heute als meinen ersten Worker.

Was ich mit „Worker“ meine

Worker ist einfach mein Name für einen PC, auf dem Programme laufen, die mir Arbeit abnehmen. Einer hilft beispielsweise bei Shop-Daten und Automatisierungen. Ein anderer steht im Lager und wird unter anderem für den Etikettendruck verwendet.

Diese Rechner müssen keine Ausstellungsstücke sein. Sie sollen zuverlässig ihre Aufgabe erledigen. Dafür reichen oft genau die Komponenten, die nach anderen PC-Aufbauten übrig bleiben.

Series 2: Günstiges Gehäuse und Luft von vorne nach hinten

Praktikoo PC Series 2 im Kolink-Gehäuse

Für Series 2 verwendete ich ein günstiges Kolink-Gehäuse. Diesmal sollte die Luft klar von vorne nach hinten durch den PC strömen. Dazu kam ein anderer CPU-Kühler.

Beim Bauen merkte ich, dass mir CPU-Kühler mit Drahtklammern und kleinen 92-mm-Lüftern nicht besonders gefallen. Sie funktionieren, aber die Montage macht mir keine Freude und der kleine Lüfter entspricht nicht mehr dem Aufbau, den ich heute bevorzuge.

Bei den Grafikkarten war Series 2 flexibler. Je nach PC verbaute ich eine RTX 4060 oder eine geprüfte Occasion-Grafikkarte – ungefähr von der GTX 1660 Super bis zur RTX 4060. So konnte ich vorhandene Hardware sinnvoll weiterverwenden und unterschiedliche PCs bauen.

Wie aus Series 2 ein Lager-Worker wurde

Umgebauter Series-2-Worker im Praktikoo-Lager mit entfernter Front

Auch aus dem Restbestand von Series 2 wurde später ein Worker. Dieser PC steht heute im Lager und hilft mir beim Etikettendruck.

Für mich musste er dort vor allem funktional sein. Deshalb entfernte ich die Front, damit mehr Luft ins Gehäuse gelangt. Danach sah ich, dass der unterste der drei Frontlüfter hauptsächlich gegen den hinteren Bereich des Netzteils blies. Das ergab für mich wenig Sinn.

Also konstruierte und druckte ich ein passendes Teil, mit dem ich diesen Lüfterbereich schloss. Der Rechner sieht dadurch nicht wie ein neuer Verkaufs-PC aus – muss er auch nicht. Er steht im Lager und arbeitet.

Series 3: Fractal Pop Mini Air und wenig Platz unter der GPU

Praktikoo PC Series 3 im Fractal Design Pop Mini Air

Für Series 3 wechselte ich zum Fractal Design Pop Mini Air. Das Gehäuse sieht aufgeräumt aus und eignete sich gut für kompakte RGB-PCs.

Je nach Modell kamen eine GeForce RTX 3050, eine RTX 4060 oder eine Radeon RX 9060 XT mit 16 GB zum Einsatz.

Was mich am Gehäuse stört, ist der geringe Abstand zwischen Grafikkarte und dem unteren Gehäusebereich. Der PC funktioniert, aber für meinen Geschmack sitzt die GPU zu nah am Boden. Beim nächsten Aufbau wollte ich dort mehr Platz haben.

Warum ich die alten Serien nicht mehr baue

Die älteren Serien waren nicht einfach schlecht. Sie zeigen, welche Teile und Ideen ich damals interessant fand. Durch das Bauen und die spätere Nutzung habe ich aber einiges gelernt:

  • Ein sichtbarer Lüfter ist nicht automatisch ein sinnvoller Lüfter.
  • Mehr Platz unter der Grafikkarte gefällt mir besser.
  • Bei ungewöhnlichen Plattformen können RAM und Mainboard mehr Zeit kosten als erwartet.
  • Auch die Montage eines CPU-Kühlers spielt bei der Auswahl eine Rolle.
  • Occasion-Hardware kann sinnvoll sein, wenn Zustand und Funktion geprüft werden.

Einige ältere PCs bleiben deshalb in meinem Shop sichtbar. Andere arbeiten bei mir als Worker weiter. So sieht man nicht nur das aktuelle Modell, sondern auch, wie sich meine PC-Bauten entwickelt haben.

Series 4 erscheint Anfang September

Series 4 ist aktuell im Bau und erscheint Anfang September 2026. Sie ist nicht einfach Series 3 mit neueren Teilen. Ich habe mir angeschaut, was mich an den bisherigen PCs gestört hat, und versuche genau diese Punkte diesmal besser zu lösen.

Ob mir danach wieder etwas auffällt, das ich bei Series 5 ändern möchte? Sehr wahrscheinlich. Genau das macht mir am PC-Bauen Spass.

Technische Quelle: Intel Xeon E5-2697 v4 – offizielle Spezifikationen

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