2,2 Milliarden Tokens – ist das noch normal?

 · 21:51 Uhr
Zugeschnittene persönliche ChatGPT-Nutzungsstatistik von Praktikoo mit 2,2 Milliarden Tokens und einer 68-Tage-Serie

Als ich meine ChatGPT-Statistik geöffnet habe, musste ich zweimal hinschauen:

2,2 Milliarden Tokens insgesamt. Daneben steht eine aktuelle Serie von 68 Tagen.

Meine erste Reaktion war ungefähr: „Ist das noch normal?“ Die ehrliche Antwort lautet vermutlich: eher nicht. 😄

Die Zahl ist allerdings nicht durch einen einzigen gigantischen Chat entstanden. Dahinter stecken viele Wochen voller Ideen, Programmierung, Fehlersuche und unzähliger kleiner Verbesserungen rund um meinen Onlineshop.

Angefangen hat es mit einem kleinen Skript

Ich bin kein klassisch ausgebildeter Programmierer. Mein beruflicher Weg begann ganz woanders, der Wunsch nach einem eigenen E-Commerce-Projekt war aber schon lange da. Entsprechend habe ich mich im Laufe der Zeit durch verschiedene Shopsysteme gekämpft. Am Ende hat Shopify das Rennen gemacht.

Vor etwa ein bis zwei Jahren schrieb ich in Visual Studio Code ein kleines Skript. Danach half mir GPT immer häufiger beim Programmieren – und seit es Codex gibt, wurde daraus eine ziemlich intensive Zusammenarbeit.

Aus kleinen Helferlein für CSV-Dateien entstanden nach und nach Werkzeuge für Produktdaten, Shop-Pflege und Automatisierungen. Natürlich habe ich zwischendurch auch ein paar Webseiten programmiert, die am Ende niemand wollte. Das gehört offenbar ebenfalls zum Lernprozess.

Warum ein Shopsystem allein nicht alles erledigt

Shopify bildet die Grundlage meines Shops. Trotzdem gibt es im täglichen Betrieb Aufgaben, die sich mit zusätzlichen Werkzeugen besser an die eigenen Abläufe anpassen lassen.

Deshalb entstanden erst kleine Hilfsprogramme und später ein eigenes Backoffice. Darüber verwalte ich unter anderem Bestellungen, Versandstatus und Trackinginformationen. Viele Arbeitsschritte, die früher einzeln von Hand erledigt wurden, lassen sich dadurch strukturierter bearbeiten.

Das Ziel war nie, möglichst komplizierte Technik zu bauen. Die Technik soll mir Arbeit abnehmen, Fehler reduzieren und dabei helfen, den Shop langfristig übersichtlich zu halten.

Drei Computer und ziemlich viele Ideen

Inzwischen arbeite ich regelmässig an drei Computern: einem PC für Design und kreative Arbeiten, einem für Shopify und die Shop-Verwaltung sowie einem Rechner im Lager für Etiketten und Versand.

Auf allen drei läuft Linux Mint. Einen Windows-11-PC habe ich zwar ebenfalls – meistens wird er jedoch nur gestartet, wenn ich Rufus benötige.

Neben dem Shop und dem Backoffice entstanden mit KI-Unterstützung zahlreiche Werkzeuge für Produktimporte, Datenbereinigung, Feeds, Bilder, Texte und wiederkehrende Kontrollen.

Was hinter den vielen Tokens steckt

Ein grosser Teil dieser Nutzung war kein gemütliches Plaudern. Der Ablauf sah eher so aus:

Code schreiben, testen, Fehlermeldung entdecken, Logdatei untersuchen, Änderung ausprobieren – und wieder von vorne.

Dabei war längst nicht jeder Versuch erfolgreich. Manchmal führte eine vermeintliche Verbesserung direkt zum nächsten Fehler. Manchmal war eine Idee technisch interessant, im Alltag aber völlig unnötig. Und manchmal funktionierte etwas überraschend gut und wurde anschließend zu einem festen Bestandteil meiner Arbeit.

Genau diese vielen Schleifen erklären die ungewöhnliche Zahl besser als ein einzelnes spektakuläres Projekt.

Was daraus entstanden ist

Heute helfen mir die gemeinsam entwickelten Werkzeuge bei Produktdaten, Shop-Pflege, Bestellungen, Versand und verschiedenen Automatisierungen. Dazu kommen eigene Produkte und Projekte aus Bereichen wie 3D-Druck, PCs und Betriebssysteme.

Die KI erledigt dabei nicht einfach alles auf Knopfdruck. Ich muss Ideen erklären, Ergebnisse kontrollieren, Fehler zurückmelden und Entscheidungen treffen. Aber sie ermöglicht mir, Lösungen umzusetzen, die ohne diese Unterstützung deutlich schwieriger oder gar nicht realistisch gewesen wären.

Ist das nun normal?

Für einen gewöhnlichen ChatGPT-Nutzer dürften 2,2 Milliarden Tokens eine ziemlich ungewöhnliche Zahl sein. Für mich zeigen sie vor allem, wie intensiv KI als Entwicklungs- und Arbeitsassistent eingesetzt werden kann.

Die Zahl allein ist kurios. Interessanter ist, was daraus entstanden ist: ein wachsender Onlineshop, ein eigenes Backoffice und viele kleine Werkzeuge, die echte Aufgaben im Alltag übernehmen.

Und wahrscheinlich auch ein paar Webseiten, die weiterhin niemand braucht. 😄

Mein Fazit

Man muss nicht mit einer klassischen Programmierausbildung beginnen. Mein Anfang war ein kleines Skript, viel Neugier und der Wunsch, Dinge selbst lösen zu können.

Ob 2,2 Milliarden Tokens normal sind, weiss ich noch immer nicht.

Aber langweilig war die Reise definitiv nicht.

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